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  Kemna und Hatra Straßenwalzen

Kemna-Walzen aus Breslau wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland weitergebaut. Unter ihrem alten Namen, aber mit dem Zusatz "alleiniger Hersteller Alfred Hagelstein" wurden sie fortan in Lübeck-Travemünde im Hatra-Werk produziert. In späteren Jahren wurden die Walzen dann durch neue Entwicklungen ergänzt und als Hatra-Kemna vertrieben.

Technische Daten      
Dreiradwalzen
1920er bis 1930er Jahre
  Modernisierter Methusalem: Diese Kemna wurde 1928 mit der Fabriknummer 846 gebaut. Aufreißer (oder Verdichter?) sind mitsamt der Pressluftanlage spätere Zutaten. Bei der Straßenmeisterei Bad Oldesloe steht 1997 diese 1936 in Breslau gebaute Kemna-Walze als dekorativer Blickfang. Eine weitere Aufnahme der 1936 gebauten Kemna-Walze der Straßenmeisterei Bad Oldesloe.
     
  Eine ebenso schöne wie seltene Kemna-Walze steht in Ingolstadt als Denkmal bei einem Bauunternehmen. Das große Schwungrad ist unübersehbar.    
 
  Ganz sicher ein Unikat: Diese Kemna aus den 30er Jahren blieb nach dem Krieg in Mecklenburg und musste noch bis 1986 im Straßenbau arbeiten. Irgendwann im Laufe ihres Lebens erhielt sie eine Kesselimitation mitsamt Schornstein. Seit 1990 ist sie in diesem Zustand bei der Firma Güstra als Denkmal aufgestellt.
Tandemwalzen
1930er Jahre
Typ HZ
  Walze mit Geschichte: 1931 wurde diese Kemna Typ HZ für die Firma August Drege in Göttingen gebaut. Nach langer Abstellzeit wurde sie 1985 der Firma Kemna Bau geschenkt und dort von Auszubildenden wieder restauriert. Das Fabrikschild der Walze.
Gehwegwalzen
1950er bis 1960er Jahre

Die so genannten Einradwalzen gab es als EW 15, EW 30 und EW 50 mit Gewichten von 1,5 bis 8,2 Tonnen Gewicht. Obwohl die Maschinen optisch altmodisch aussahen, waren sie noch in den 1960er Jahren im Angebot.

Im Freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz bei Trier steht diese vorsintflutlich aussehende Kemna-Walze. E. Enzel fotografierte sie bereits 1996, doch sie dürfte auch 2004 noch dort zu finden sein. Ein Exponat im Deutschen Straßenmuseum Germersheim ist diese Hatra-Walze von 1963. Das Wappen an der Front zeigt noch das "K" der ehemaligen Firma Kemna. Auch diese Gehwegwalze hat es zum Denkmal gebracht: Die Firma Borchers & Speer in Güstrow hat sie aufgestellt.
Dreiradwalzen
1950er bis 1960er Jahre
Typ Gigant
 
  Diese Kemna-Hatra-Walze von 1956 wird noch 2002 zur Befestigung von Fahrwegen in einem Steinbruch in Oberbayern eingesetzt. Im belgischen Froidthier entdeckte N. Schnitzler diese Hatra Walze. An der Front prangt der Kemna-Schriftzug. Blick in den Bedienerstand der Hatra-Walze. Die Bedienung war so einfach ausgelegt, dass auch Ungeübte diese Maschinen führen konnten.
 
  2006 noch im Dienst! Hatra Gigant 10 Walze einer Schweizer Bauunternehmung. Die Rückansicht zeigt den nachträglich montierten Wassertank, der die Optik der Walze deutlich verändert. Von dieser Gigant 8
nimmt dagegen die Natur wieder Besitz. Das Moos gedeiht prächtig auf der alten Walze!
 
Bei einer Baufirma steht dieses farbig auffällige Denkmal. Der Schlauch zur Berieselung der vorderen Walze kann auch bei der bemoosten Walze oben entdeckt werden. Spielgerät: In Konz-Niedermennig können Kinder auf der Straßenbautechnik der sechziger Jahre herumturnen. Die robuste Bauweise der Kemna-Walzen macht sich im harten Spielplatz-Einsatz bezahlt.
Ob das Fahrerhaus bei dieser Hatra-Walze original ist? Entdeckt wurde die Maschine im Dezember 2007 in Luxemburg. Diese Denkmal-Walze besitzt 2007 neben den Kemna-Fabrikschildern auch noch die angesetzten "Gigant"-Schriftzüge.
Tandemwalzen
1950er bis 1960er Jahre
Typ TW 61
 
  Eine Hatra-Tandemwalze TW 61, die noch unter dem Doppelnamen HATRA KEMNA in den Prospekten angeboten wurde, fotografierte U. Böge bereits im Sommer 1979. Das besondere der
TW 61 ist, dass die gelenkte Walze hinten ist. Hier zu
sehen an der Ausrichtung des Fahrersitzes.
Im luxemburgischen Kopstal dient diese TW 61 von 1961 als Werbeträger. A. Häberle fotografierte sie im Februar 2006.
Gummiradwalzen
1950er bis 1970er Jahre

Bild anklicken zum Vergrößern!

Die Hatra Gigant konnte auch als Gummirad-Walze ausgerüstet werden. Hier eine Abbildung des ziemlich merkwürdig aussehenden Gefährts aus einem zeitgenössischem Prospekt.
Die Umrüstung von Stahlbandagen auf Gummiräder sollte sogar auf den Baustellen ohne großen Aufwand vorgenommen werden können, getreu dem Motto "Aus eins mach zwei".
   
  Nicht mehr ganz neu, aber wohl unverzichtbar ist diese Hatra-Gummiradwalze, die M. Schick 2005 auf einer Wegebaustelle aufnehmen konnte. Deutlich erkennbar ist, dass die Walze auch ohne das Segeltuch-Führerhaus eingesetzt werden kann.  
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