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  Kaelble Straßenwalzen

Caroline und Gottfried Kaelble gründeten 1884 in Bad Cannstadt eine Reparaturwerkstatt für Gerbereimaschinen. 1895 zog das Unternehmen nach Backnang um und 1900 wurden erstmals Maschinen, selbstfahrende Bandsägen, produziert. Diese hatte Carl Kaelble, der Sohn des Gründerpaares konstruiert.
1908 wurde die erste Motorstraßenwalze vorgestellt. Um die Kundschaft nicht zu verunsichern, wurden Schornstein- und Dampfdomattrappen serienmäßig aufgesetzt. Das Programm umfasste schließlich Walzen zwischen 2,5 und 18 Tonnen Betriebsgewicht, die sogar als Zweiwegewalzen mit zusätzlichen Eisenbahnrädern geliefert werden konnten.
Gegen Ende der zwanziger Jahre wurde das Programm modernisiert; die dabei entstandene Form wurde ohne grundlegende Änderungen bis Ende der sechziger Jahre weitergebaut. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg wurden erste Tandemwalzen entwickelt, die ab 1958 grundlegend überarbeitet wurden.
In den fünfziger Jahren bot Kaelble außerdem drei Grundtypen an Dreiradwalzen an, die durch die Verwendung verschiedener Radbandagen bzw. durch den Einbau von Zusatzballast mit einem Gewicht von drei bis 16 Tonnen ausgeliefert werden konnten. 1968 stellte man den Bau von Dreiradwalzen ein, während Tandemwalzen, Vibrations-Tandemwalzen und Kombiwalzen (mit Luftreifen auf der Hinterachse) noch bis 1983 angeboten wurden.

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Technische Daten

   
Dreiradwalzen
1930er bis 1960er Jahre
6 WM, 6 WNL, 8 W, 8 WML, 10 W,

Die Optik der Kaelble-Walzen blieb gut 40 Jahre lang fast unverändert, was ein Erkennen der einzelnen Typen ohne einen Blick auf das Typenschild beinahe unmöglich macht.

Methusalem auf dem Bauhof in Freising: Schon 1939 wurde diese Kaelble gebaut, die S. Bongartz Ende 2005 fotografieren konnte. Wahrscheinlich eine Walze vom Typ 6 WM aus den fünfziger Jahren ist hier auf dem Hof eines Sammlers aufgenommen worden. In einem Gewerbehof bei Memmingen wurde diese Walze aufgestellt. Typisch für die größeren Walzen von Kaelble ist der hinten angebaute Wassertank.
Bei der rechts gezeigten 10 W sind die in die Bandagen eingeschraubten Zusatzgewichte sehr gut erkennbar. Sie konnten das Gewicht der Walze um maximal 2,5 Tonnen erhöhen.
  Früher beim Landkreis Unterallgäu beschäftigt, ziert die 1955 gebaute 10 W im August 2004 die Grünfläche eines Straßenbauhofes. Sie trägt die Fabriknummer 14695. Der Blick von hinten auf diese Walze zeigt wieder deutlich den großen Wassertank und die von ihm ausgehenden Berieselungsleitungen. Wenige Tage vor dem Ende im Hochofen wurde auf einem Karlsruher Schrottplatz diese Kaelble fotografiert.
 
  Diese Kaelble hat eine Berieselungsanlage ohne Zusatztank am Heck. Dafür ist ein Blick in den spartanisch wirkenden Fahrerstand möglich. Auf dem städtischen Bauhof in Göttingen findet man diese Walze, die die Firma August Drege 1985 gestiftet hat. Sehr schön hergerichtet ist diese 8W, die sich 2004 in Privatbesitz befindet.
 
  Die Heckansicht einer 6 WNL aus dem Jahre 1958. Gut zu erkennen die massive Halterung für den Heckaufreißer. Die 8 WML parkt im Schwarzwald vor einer weiteren, kleineren Kaelble-Walze. Die mochte der Schrotthändler nicht zerlegen: Kaelble-Walze bei einem Altmetall-Unternehmen im Sommer 2005 in Schongau.
   
  Auf Mallorca findet der Urlauber neben dem allseits bekannten Strandleben auch altes Eisen: Hier zum Beispiel eine Kaelble-Walze als Denkmal. Bei der Straßenmeisterei Freyung im Bayrischen Wald hat neben anderen auch diese Kaelble-Walze einen Denkmalplatz erhalten.  
Tandemwalzen
1950er bis 1960er Jahre
3 WT, 6 WTL

Mit den frühen Tandemwalzen konnte noch nicht randnah gewalzt werden, aber es gab das Modell alternativ schon mit Drehstrom getriebenem Vibrator in der Vorderwalze.
Auf Basis der neueren 3 WT und der größeren 7 WT entstand in den sechziger Jahren eine komplette Typenreihe von Tandemwalzen.

Eine der frühen Tandemwalzen von Kaelble konnte 2004 in Backnang aufgespürt werden. Wahrscheinlich handelt es sich um eine 1955 gebaute 6 WTL. 1958 erstmals vorgestellt, ermöglicht die Tandemwalze 3 WT randnahes walzen durch die nur einseitige Aufhängung der hinteren Walze. Stillleben mit Klohäuschen: Eine 3 WT Tandemwalze. Hier ist die nur linksseitige Aufhängung der hinteren Walze gut erkennbar.
   
  Eine 3 WT, die im strömenden Schwarzwald-Regen auf neue Aufgaben wartet.    
Kombiwalzen
1970er Jahre
Typ 8 WTVK

 

 
  Eine Kaelble 8 WTVK, eine so genannte Kombiwalze mit einer Stahlwalze vorne und drei Gummiradwalzen hinten. Das 1975 gebaute und seltene Gefährt wurde im Frühjahr 2005 in Benediktbeuern fotografiert. Eine andere Ansicht der Kombiwalze 8 WTVK. Die WTVK konnte auch mit zwei Stahlwalzen geliefert werden.  
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