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Scheid Straßenwalzen

TECHNISCHE DATEN

Einige Informationen konnten mittlerweile über die 1875 gegründete Firma W. & J. Scheid ermittelt werden, die jahrzehntelang Walzen in Limburg an der Lahn gebaut hat, heute aber nicht mehr existiert. Laut einer Originalrechnung aus dem Jahr 1897 war die Firma Scheid als Maschinenfabrik, Mühlenbauanstalt, Eisen- und Messing-Gießerei tätig. Daneben betrieb und vermietete sie Dampfstraßenwalzen. Die Gebäude und Anlagen wurden im Laufe der Jahre ständig erweitert. Ein Brand zerstörte 1913 einen Teil der Produktionshallen. 1930 wurden diese durch den Bau von drei Fertigungshallen (Hallen I-III) und einer Montagehalle (Halle IV) ersetzt. Die Metallbearbeitung erfolgte nun durch Maschinen, die über Dieselmotoren mit Transmissionsriemen angetrieben wurden.
1958 wurde die Maschinenfabrik Scheid durch die Hugo Stinnes Industrie und Handels GmbH übernommen. In den Jahren von 1966-1967 wurde das Grundstück vom Bundesministerium für Verteidigung abschnittsweise übernommen und die Produktion - mittlerweile war mit Clark ein US-Partner dabei - in ein neu errichtetes Gebäude mit ausreichender Lagerfläche nach Villmar verlegt worden. Dort bestand auch ein direkter Gleisanschluss an die Lahntalbahn Gießen-Koblenz. Neben den Clark-Scheid-Walzen wurden dort auch Michigan-Baumaschinen und die Hubgerüste für Clark-Gabelstapler montiert.
Etwa um 1980 wurde die Produktion nach Beimerstetten bei Ulm abgegeben.
Die Walzen wurden nach einer
Verbindung zu MBU (Maschinenbau Ulm) noch bis ca. 1999 in Beimerstetten hergestellt. Dort wurden außerdem noch Walzenzüge und Grader gebaut.
Die etwa 2004 durch die Holzmann-Pleite im Strabag Konzern aufgegangene Scheid Straßenbau war auch ein Ableger der Firma.

Dreiradwalzen
1940er und 1950er Jahre
Vor und auch einige Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg hatten Scheid-Walzen ein unverkennbares Erscheinungsbild durch den schwanenhalsförmigen vorderen Walzenträger. Markante Unterschiede zeigte die neue Generation: Die vordere Walze wird nun über die typische halbrunde Gabel geführt und die Motorhaube wird gerade bis zur Front durchgezogen. Noch vorhanden sind aber die typischen durchlochten hinteren Walzen.  Die Firma J. Ecker Söhne aus Landau in der Pfalz stiftete diese Walze von 1940 dem Deutschen Straßenmuseum in Germersheim. Ebenfalls im Straßenmuseum Germersheim ist diese Scheid von 1951 zu sehen. Sie ist eine Leihgabe der Firma Helmut Schön GmbH aus Speyer. Als Denkmal hält diese Walze aus den frühen fünfziger Jahren bei einem Bauunternehmen in Südhessen die Erinnerung an den gleichfalls hessischen Hersteller wach.
   
Alter schützt vor Spielplatz nicht: Diese Scheid aus den vierziger Jahren hat es schon vor Jahrzehnten auf die grüne Wiese verschlagen.    
 
  In Schleswig-Holstein wird diese Dreirad-Walze von 1953 als Denkmal ausgestellt. Im Baumaschinenpark Rüdersdorf wurde diese Scheid von 1954 mittlerweile restauriert. Aus dem rostigen Blechhaufen wurde ein ansehnliches Stück Technikgeschichte.
 
  In einem Kieswerk in der Eifel rostet diese Scheid-Walze aus der Mitte der fünfziger Jahre vor sich hin. 1957 wurden Scheid-Walzen noch im alten Aussehen geliefert. Diese besitzt wieder das große Schutzdach. Auf einem Segelflugplatz macht sich diese Walze nützlich. Schließlich soll die Graslandebahn möglichst eben sein.
Dreiradwalzen
1950er und 1960er Jahre
8.0 u.a.
In den sechziger Jahren unterschieden sich Scheid-Dreiradwalzen kaum noch von den Produkten der Mitbewerber. Unter anderem konnten nun auch die hinteren Walzen durch Befüllung mit Wasser oder Sand beschwert werden. Die im kräftigen hellrot lackierte Walze von 1958 wurde noch Ende der neunziger Jahre eingesetzt. Eine 15-Tonnen Scheid-Walze in Werkslackierung. Sie wurde 1960 gebaut.
Gelb mit rotem Zierstreifen war die Werkslackierung, in der Scheid-Walzen Limburg an der Lahn verließen.
In der Nähe von Landshut wurde diese Walze bei einem Bauunternehmen als Denkmal aufgestellt.
 
  Beim Kauf einer neuen Hamm-Walze wurde diese Scheid 8.0 von 1963 in Zahlung genommen. Nun steht sie bei Hamm in Tirschenreuth. Im niederösterreichischen Oyenhausen hat diese 8.0 einen Denkmalplatz. S. Kamper fotografierte sie im Sommer 2008.  
Tandemwalzen
1950er und 1960er Jahre
VT 20.0, VT 25.0
In einer Vielzahl von Gewichtsstufen stellte Scheid bereits ab 1953 Tandem-Vibrationswalzen vor. Ausserdem wurden statische Tandemwalzen angeboten. Die Tandemwalzen konnten wahlweise mit oder ohne Schutzdach geliefert werden. Mit heutigen Schutzmaßnahmen kann das leichte Dach natürlich nicht verglichen werden. Die VT 20.0 des Münsterländischen Feldbahnmuseums passt genau auf ein typisches Lorenfahrgestell. Das Münsterländische Feldbahnmuseum hat diese 20.0 für Arbeiten am Planum der Gleistrassen beschafft. Ein eher unscheinbares Denkmal stellt diese 20.0 dar. Immerhin thront über dem Dach noch eine Werbetafel.
   
  Ebenfalls als unscheinbares Denkmal wurde diese Scheid 25.0 aus dem Jahr 1963 auf einem Firmenhof aufgestellt.  
Gummiradwalzen
1970er Jahre
36.0, RW 140
  Bereits 1972 ist diese RW 140 gebaut worden, die A. Häberle im Sommer 2006 fotografieren konnte. Frontansicht der 14,7 t schweren Walze. Die Gummiradwalze ist zur Entlastung der Reifen aufgebockt.
 
  Optisch perfekt zeigt sich diese Scheid Gummiradwalze mit der alten Bezeichnung 36.0. Auch von hinten macht die aufgearbeitete Walze einen sehr guten Eindruck. Eine weitere Gummiradwalze, deren genaue Typenbezeichnung leider nicht klar ist.
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